Umweltschule

In dieser Rubrik wird zukünftig über unsere Aktivitäten betreffend der „Umweltschule in Europa“ berichtet.

Mädels-WG auf der Streuobstwiese
Da die Obstbäume immer größer werden und damit auch mehr Blüten ausbilden, könnte es Bäumen und Bienen gleichermaßen helfen und nutzen, wenn wir sie auf der Wiese „zusammen bringen“. Die Bäume trügen dank der Bestäubungsarbeit der Bienen mehr Früchte und die Bienen finden Nahrung in nächster Nähe. Zudem erhalten wir im Herbst mehr Früchte, die wir für die Schule vermosten können. Den Honig sollen die Bienen behalten und im Winter verbrauchen. Dann müssen sie nicht zugefüttert werden.
Nun sind sie da! Seit Samstag, den 22.04.2023, sind die Mädels bei uns auf der Streuobstwiese eingezogen. Die Imkerin Frau Kolbe hat eines ihrer Bienenvölker bei uns ganz am Ende der Streuobstwiese aufgestellt. Vielen lieben Dank dafür. Die Stadt Bockenem wird noch einen Bauzaun errichten, damit Besucher den richtigen Abstand wahren können, ohne die Bienen zu ärgern.
Besucher und Bobachter der Bienen sind gerne gesehen, aber bitte unbedingt den Abstand wahren!
Hoffen wir nun, dass es den Damen bei uns gefällt und sie uns lange erhalten bleiben.
Die Etablierung eines Bienenvolkes auf der Streuobstwiese ist das zweite Handlungsfeld für den neuen Zeitraum der Bearbeitung als „Umweltschule in Europa“.

Handlungsfelder 2022 – 2024:

Handlungsfeld I:       Bienen für die Streuobstwiese

Bei der Pflege unserer Streuobstwiese arbeiten wir mit dem „Arbeitskreis Hildesheimer Streuobstwiesen“ zusammen, mit dem wir uns um die fachgerechte Beschneidung der Bäume kümmern.

Unser neues Ziel ist die Etablierung eines Bienenvolkes auf der Streuobstwiese.

Da die Obstbäume immer größer werden und damit auch mehr Blüten ausbilden, könnte es Bäumen und Bienen gleichermaßen helfen und nutzen, wenn wir sie auf der Wiese „zusammen bringen“. Die Bäume trügen dank der Bestäubungsarbeit der Bienen mehr Früchte und die Bienen finden Nahrung in nächster Nähe. Im Herbst könnten wir dann eventuell auch eigenen Honig ernten und nutzen. Zudem erhalten wir im Herbst mehr Früchte, die wir für die Schule vermosten können.

Streuobstwiesen sind insgesamt ein guter und geschützter Lebensraum für viele Insektenarten, u.a. Tausenfüßler, Hummeln, Wildbienen. Denn sie finden hier unzählige Nistplätze und ein reichhaltiges Nektar- und Pollenangebot.

Wir haben bereits Kontakt zu einer Imkerin aus Bockenem aufgenommen.

Handlungsfeld II:      Terra preta

Wir möchten durch die Verwertung und Umwandlung der organischen Küchen- und Mensaabfälle den Humusstatus und damit die Nährstoffversorgung der Pflanzen auf beiden Beeten auf natürliche Weise verbessern. Nach dem Vorbild der brasilianischen Schwarzerde, der sog. „Terra preta“ sollen die pflanzlichen Abfälle aus den Bereichen Hauswirtschaft und der Mensa zum Humusaufbau und einer deutlich höheren Bodenfruchtbarkeit in unseren Beeten beitragen.

Die Indianer aus dem Amazonasgebiet reicherten den Boden über Jahrhunderte mit einem kompostierten oder fermentierten Gemisch an, das aus Pflanzenresten, Dung sowie menschlichen Fäkalien bestand und Kohle aus den Herdstellen enthielt. (Quelle: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/trends-service/trends/20401.html).

Wir werden statt der Tonkrüge luftdicht verschließbare Eimer. Die Kohle kaufen wir im Baumarkt und zerstoßen sie sehr fein (fast zu Pulver), damit sie streufähig wird. Fäkalien und Dung kommen natürlich nicht hinein, sondern die pflanzlichen Essensreste aus der Mensa und pflanzliche Reste der Hauswirtschaft. Sie werden mit jeweils Kohlenstaub in die Eimer geschichtet und luftdicht verschlossen. Die Kohle verhindert, dass die Lebensmittel anfangen unangenehm zu riechen und zu gären.

Wir hoffen, nach 6-wöchiger Lagerung neue und nähstoffreiche Erde zu erhalten, die wir dann unter die Beete mischen werden.

Derzeit arbeiten wir für den Zeitraum 2016-2019 an den folgenden zwei Handlungsfeldern:

1.Handlungsfeld: Nachhaltiger Adventsbasar

Das erste Handlungsfeld hatte die Zielsetzung, am 30.11.2018 einen Adventsbasar für die interessierte Bevölkerung sowie Gäste in Bockenem und Umgebung mit selber hergestellten nachhaltigen Produkten zu günstigen Preisen zu gestalten, um unterschiedliche Schulprojekte zu finanzieren.

Die Schülerschaft lernte bei den Vorbereitungen und der Durchführung des Projektes, dass man auch mit kleinen finanziellen Mitteln wunderschöne Dekorationen und auch lecker schmeckende Präsente mit geringem Zeitaufwand selber fabrizieren und damit die Umwelt entlasten kann. Man muss keine Industrieprodukte kaufen, die sicherlich teilweise einen weiten Weg zurückgelegt haben, um in unsere Läden zu kommen. Dies entlastet die Umwelt, den Straßenverkehr, verringert den CO2-Ausstoß, spart Resourcen und ist zudem regional.

Die Einnahmen kamen schulinternen Projekten zugute.

Artikel zum Adventsbasar

2. Handlungsfeld: NOMM-Shop – Schulmaterialien

Dieses Projekt hat die Zielsetzung, dass Schüler auch während der Pausen auf dem Schulgelände günstige Materialien für den Unterricht kaufen können. Somit wird fehlendes Material ausgeglichen und alle Schüler können mit gleichen Voraussetzungen am Unterricht teilnehmen, was nachhaltiges Lernen bewirken soll. Dazu gehören die folgenden Produkte:

  • Hefte
  • Blöcke
  • Mappen
  • Bleistifte
  • Radiergummis
  • Geodreiecke
  • Taschenrechner

Bei dem Einkauf der Produkte für den schulinternen Kiosk (NOMM-Shop) der Schülerfirma sollte möglichst auf recycelte und/oder umweltverträglich produzierte Materialien geachtet werden. Der Kiosk hat kein Gewinnstreben. Das erwirtschaftete Geld kommt Schulprojekten zugute.

Dieses Projekt ist in Bearbeitung und soll in den nächsten Wochen umgesetzt werden.


Dies sind unsere Handlungsfelder für den Zeitraum 2016-2019.

Für den Zeitraum 2019 – 2022 arbeiten wir an diesen beiden Handlungsfeldern:

  1. Handlungsfeld: Effektivere Mülltrennung

An unserer Schule gibt es eine dreifache Mülltrennung (Restmüll, Kunststoff, Altpapier) in den Fluren und auf den Höfen, sowie in den Lehrerzimmern.

In den Klassen wird jedoch nur nach Papier und restlichem Müll getrennt. Das Papier bringt die Klasse in den Altpapiercontainer, der Restmüll (mit Kunststoff und Pfandflaschen) wird von den Reinigungskräften entsorgt.

Wir hatten zwei Hauptziele:

1. Vierfache Mülltrennung in den Klassen und Fachräumen
(Papier, Kunststoff, Bioabfall, Restmüll)

2. Sammlung der Pfandflaschen in allen Räumen, Fluren der Schule.
Der Erlös kommt der Schule zugute.

In jedem Klassen- und Fachraum hängt eine große laminierte Mülltrennhilfe an der Wand, in der beispielhaft beschrieben wird, wie Müll richtig zu trennen ist. Die Mülltrennhilfe ist mehrsprachig. Die passende Datei wurde freundlicherweise von den „Kreiswirtschaftsbetrieben Landkreis Goslar“ zur Verfügung gestellt.

In jedem Klassenraum steht nun ein zusätzlicher, gelber Abfallbehälter für Kunststoffmüll und ein kleiner verschlossenen Abfallbehälter für Bioabfälle.

Der Abfallbehälter für den Plastikmüll wird mit einem sogenannten „gelben Sack“ versehen, in den der Abfall hineingetan wird. Ist der Sack voll, wird er zugebunden und von den einzelnen Klassen zentral in einem Container gesammelt. Passend zur zweiwöchentlichen Abholung stellt sie unser Schulassistent an die Straße.

Der Biomüll wird ebenfalls von den einzelnen Klassen in einen geruchtdicht verschlossenen Container getan, der regelmäßig geleert wird.

Zusätzlich sammeln manche Klassen die Pfandflaschen in einer eigenen Kiste. Dieser Erlös wird in die Klassenkasse getan.

Leider konnten wir coronabedingt die zweite Maßnahme mit den Sammelcontainern in den Fluren für Pfandflaschen nicht umsetzen. Dies wird geschehen, sobald die Corona-Pausenbereiche wieder aufgehoben werden.  Die Schüler*nnen dürfen sich derzeit nur in Regenpausen in den Klassenaufhalten, ansonsten müssen sie in ihre Pausenbereiche an der frischen Luft gehen.

2. Handlungsfeld: Projekt Streuobstwiese

Seit dem Herbst 2014 hat die Oberschule Bockenem eine 3.500 m große Streuobstwiese. Die Stadt Bockenem stellte das Areal für 20 Jahre kostenlos zur Verfügung. Es befindet sich direkt hinter der Schule und ist in wenigen Gehminuten jederzeit erreichbar.

Anfangs wurden 40 Bäume wurden gepflanzt: 14 verschiedene Apfelbäume, 4 Birnensorten , 2 Pflaumensorten, 1 Mirabelle, 1 Reneklode, 3 Süßkirschen, 1 Quitte und 1 Sommerlinde. Alle Sorten sind alte Sorten.

Somit trägt die Streuobstwiese besonders nachhaltig mit zum Erhalt alter Obstbaumsorten bei. Durch eine sehr extensive Mahdt (nur einmal jährlich) tragen wir zudem dazu bei, dass die hier lebenden Pflanzen und Tiere wenig gestört werden.

Dies lobte auch der Grüne Landtagsabgeordnete Ottmar von Holtz bei der offiziellen Einweihung der Streuobstwiese: „Bis zu 5.000 unterschiedliche Tierarten leben in solch einem Gebiet. So können wir uns die Artenvielfalt zurückholen“, lobte er die Schule. Darauf sind wir sehr stolz.

Bei der Pflege der Streuobstwiese arbeiten wir mit dem „Arbeitskreis Hildesheimer Streuobstwiesen“ zusammen. So wurde am 27.02.2020 mit der Beschneidung der Bäume als eine erste Radikalkur begonnen. Dies sollte eigentlich regelmäßig jedes Jahr stattfinden. Es musste aber leider 2020 wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Im Laufe der Zeit überlebten leider mache Jungpflanzen nicht. Deswegen wurden am 18.03.2020 in Kooperation mit der Grundschule Bockenem 20 Bäume nachgepflanzt.

Am 19. und 20.07.2021 fanden an der Oberschule Bockenem Projekttage statt. In diesen zwei Tagen beschäftigten sich alle Schüler*innen und Lehrkräfte mit Themen rund um die Schule.

Frau Dr. Wölker begleitete die Klasse 8c und ihren Klassenlehrer Herrn Raue in die Streuobstwiese. Dort brachten sie fehlende Holzpfähle zur Befestigung der Bäume in den Boden und fixierten die Bäume mit Kokosseilen. So sind die Pflanzen besser gegen starke Winde und Stürme geschützt.

Außerdem entfernten sie Wassertriebe an den Obstbäumen und legten aus dem Schnittgut einen Igelhaufen an. So wurden diese Triebe nachhaltig genutzt, statt weggeworfen zu werden.

Am 16.11.2021 pflanzte die Arbeitsgemeinschaft von Frau Wölker nochmals 3 fehlende Apfelbäume. Diese wurden durch Fördermitteln des Landkreises Hildesheim für die „Schaffung oder Vernetzung von Biotopen“ zur Verfügung gestellt.

Texte und Bilder von Frau Dr. Wölker

Kommentare sind geschlossen.